Deutsche-Geschichte-Wiki
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Deutsche Demokratische Republik (DDR), Ostdeutschland, Mitteldeutschland (obsolet), Eigenname, Staat in Mitteleuropa, der zuletzt als sozialistischer Arbeiter- und Bauernstaat 194990 bestand. Hauptstadt war de jure Berlin („Hauptstadt der DDR“) und de facto Ostberlin. Letztes Staatsoberhaupt war Sabine Bergmann-Pohl (geb. 1946, CDU) als Präsidentin der Volkskammer. Letzter Regierungschef war Lothar de Maizière (geb. 1940, CDU) als Ministerpräsident der DDR. Beiwort war DDR-deutsch.

Die DDR war ein Produkt des Kalten Krieges zwischen den Vier Mächten und wurde als Satellitenstaat der UdSSR als Antwort des westalliierten Teilstaates Bundesrepublik Deutschland.

Bis 1974 ging die DDR ebenfalls vom Gesamtstaatsprinzip aus und erhob den Anspruch, alleinige Vertreterin Deutschlands zu sein, das seit dem 23. Mai 1945 handlungsunfähig war.

Seit 1967 massive Abgrenzungspolitik gegenüber der Bundesrepublik und 1973 mit dieser Aufnahme in die Vereinten Nationen (UNO).

Bis zu ihrem Untergang war die DDR per Verfassung ein Mehrparteienstaat, dessen Führung der marxistisch-leninistischen SED oblag. Faktisch war die DDR jedoch ein zentralistischer Einheitsstaat, da alle Parteien des Landes in einer Nationalen Einheitsfront organisiert waren, deren Führung bei der SED lag.

1989 kam es in der DDR zur Friedlichen Revolution, infolge dessen am 3. Oktober 1990 die DDR dem Geltungsbereich des Grundgesetzes der Bundesrepublik Deutschland beitrat.

Chronik

Die DDR war ein Produkt des II. Weltkriegs: Die sowjetische Rote Armee eroberte diese ostdeutschen Gebiete 1944/45 weitgehend von der Hitler-Diktatur zurück; ein kleinerer Teil dieser Rückeroberungen ging auch auf das Konto der US-Alliierten, wurde aber dann nach der deutschen Kapitulation gegen einen Teil Berlins, das nachmalige Westberlin, mit den Russen abgetauscht. 1949 wurde in diesen Ostgebieten eine sozialistische Verfassung in Kraft gesetzt, welche aus der sowjetischen Besatzungszone die DDR entstehen liess. Das Gebiet umfasste die heutigen Bundesländer Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern und Thüringen, die Hauptstadt war Ostberlin.

Gemäss dem Vorbild der damals stalinistischen Sowjetunion wurde eine Einheitspartei geschaffen, die Sozialsitische Einheitspartei Deutschlands (SED). Zwar gab es noch die sogenannten Blockparteien, die bürgerlichen Parteien CDU und FDP, aber die waren, wie es der Begriff andeutet, weitestgehend gleichgeschaltet mit der SED und damit weitgehend nur "demokratisches" Alibi. Bürgerrechte gab es in diesem System wenige, es war eine totalitäre Diktatur, in der die Stasi (Staatssicherheitsdienst) für Ruhe und Ordnung sorgte.

Privateigentum war in der DDR mit der Zeit sehr weitgehend zwangskollektiviert, die Wirtschaft - eine Planwirtschaft - basierte wie im Marxismus vorgesehen auf Gemeineigentum. Anderseits war der Sozialstaat relativ gut ausgebaut, Mann und Frau waren rechtlich viel früher als in Westdeutschland gleichgestellt und die Frauen-Erwerbsquote war ebenfalls deutlich höher.

Anfang und Ende der Mauer

Es erwies sich ab Kriegsende 1945 schnell einmal, dass es die Leute bevorzugten, im freieren Westdeutschland zu leben; vor allem jüngere Leute zogen es vor, sich in den Westen abzusetzen. Da sich dadurch ein "Brain Drain", eine Abwanderung von Wissenskapazität aus der DDR-Wirtschaft, ergab, sah sich die DDR-Staatsführung unter Walter Ulbricht 1961 zum Handeln gezwungen. Unter dem Propaganda-Schlagwort "antifaschistischer Schutzwall" wurde an der Zonengrenze in Berlin die berüchtigte Mauer hochgezogen, an den restlichen Grenzen der beiden deutschen Staaten entstanden Stacheldraht-Verhaue, Wachttürme und Selbstschuss-Anlagen. Die "Republikflucht" wurde damit weitgehend gestoppt - jene, die es dennoch versuchten, fanden nicht selten sogar den Tod.

Das Wirtschaftssystem der DDR erwies sich auf längere Dauer, wie die Systeme der sozialistischen "Bruderstaaten" allgemein, als nicht konkurrenzfähig gegenüber dem Westen. Ein anschauliches Beispiel dafür ist der Entwicklungs-Vergleich des "Trabi" mit dem VW Golf. Dies und die stark einengende polizeistaatliche Überwachung brachten das Fass im Verlaufe der 1980er Jahre bei der Bevölkerung zum Überlaufen, man hatte grossmehrheitlich genug vom sozialistischen System. Die Volksaufstände unter dem Motto "Wir wind das Volk!" bauten schliesslich so viel Druck auf, dass sich das Regime - allerdings erst die Nachfolger des langjährigen Staatschefs Erich Honecker - am 9. November 1989 dazu entschloss, auf Waffengewalt zu verzichten und die Grenzen zu öffnen. In Berlin rissen die BürgerInnen noch am gleichen Tag die Mauer an einigen Stellen selber ein. Bereits ein Jahr später wurde auch das Ende der DDR eingeläutet, welche einige Leute eigentlich in demokratischer Form weiterzuführen gedachten. Ein grimmig entschlossener CDU-Kanzler Helmut Kohl bereitete diesen Ideen allerdings ein schnelles Ende.

Siehe auch

  • Deutsche Wiedervereinigung
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