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Faschismus [faˈʃɪsmʊs], Substantiv, Maskulinum, politisch, ideologisch. Ober- und Sammelbegriff aller politisch-ideologischen Strömungen, die sowohl autoritäre als auch totalitäre und chauvinistische Tendenzen aufweisen. Dem klassischen Faschismus fehlt jedoch eine ausgesprochene Judenfeindlichkeit. Beiwort ist faschistisch.

Faschismus wird vielfach und fälschlicherweise mit Nationalsozialismus gleichgesetzt.

Der Stalinismus, jene marxistische Doktrin, die unter dem sowjetischen Diktator Josef Stalin (1878–1953) entwickelt wurde, definiert den „Faschismus“ (inklusive des „Hitlerfaschismus“) als „die terroristischste Diktatur der reaktionären, chauvinistischen, imperialistischen Elemente des Finanzkapitals“.[1]

Diese Definition wurde vor und nach dem II. Weltkrieg (1939–1945) auch von den Antifaschisten übernommen, die heute, in Form der linksterroristischen Antifa, alles als „faschistisch“ deklarieren, was politisch nicht links und weltoffen, sondern reaktionär, kapitalistisch, sexistisch, minderheiten-, schwulen- und frauenfeindlich ist. Darüber hinaus gilt jede Form von Nationalismus und Ausländerhass sowie Imperialismus als „typisch faschistisch“.

Etymologie

Faschismus leitet sich vom italienischen fascismo ab, was seine Wurzeln im lateinischen fascis „Rutenbündel“ hat, die im Römerreich Machtsymbole über das Leben darstellten, da an diesen Rutenbündeln stets eine Axt oder ein Beil angeschnallt war. Diese Rutenbündel wurden von den sogenannten Liktoren den höchsten römischen Beamten (Konsuln, Prätoren, Diktatoren) vorhergetragen.

Heute dient der Begriff Faschismus als Oberbegriff für ein von Benito Mussolini (1883–1945) geschaffenes Herrschaftssystem, das nach dem Führer- und Gefolgschaftssystem organisiert war und in dem nationalistische, antidemokratische und rechtsradikale Strömungen ineinander vereint waren.

Chronik

Faschismus als politische Ideologie ist eng mit dem Namen des einstigen Sozialisten Benito Mussolini verbunden, der im I. Weltkrieg&nbsp,(1914–1918) zum fanatischen Nationalisten wurde. Im März 1919 gründete Mussolini den Bund italienischer Kampfbünde (Fasci Italiani di Combattimento). Deren Ziel war es, Italiens Bevölkerung zu einer Volksgemeinschaft unter der persönlichen Führerschaft des Duce, das heißt, unter der Regierung Mussolinis, zusammenzufassen.

Nach der Machtergreifung Mussolinis infolge des faschistischen Marsches auf Rom (Oktober 1922) entstanden in den 1920er und 1930er Jahren in ganz Europa faschistoide Organisationen und Parteien, die sich eng an das von Mussolini entworfene Gesellschaftssystem orientierten. Auch der deutsche Nationalsozialismus unter Adolf Hitler (1889–1945) orientierte sich in weiten Teilen am Faschismus, währenddessen in Frankreich die „Feuerkreuzler(Croix de Feu) und in Spanien die „Kampfordnung Spaniens“ (Falange Española) entstanden.

Der erfolgreiche Putsch der Faschisten in Italien ermutigte Hitler seinerseits, am 8./9. November 1923 einen ähnlich gelagerten „Marsch auf Berlin“ zu organisieren. Doch indes in Italien der Faschismus in der Zeit zwischen 1922 und 1945 Staatsdoktrin war, scheiterte der von Hitler initiierte Putschversuch.

Italien wurde unter dem „Duce“ Mussolini zum Führerstaat umgewandelt, in dem der König und das italienische Parlament nur noch repräsentative Aufgaben hatten. Die Regierungsgewalt lag de facto bei Mussolini und beim Großen faschistischen Rat. 1933 wurden in Italien Kooperationen gegründet, die die Gesellschaft in eine Art Ständeordnung organisierte. Diese Ständeordnung wiederum wurde Vorbild des Austrofaschismus in Österreich.

Siehe auch

  • Austrofaschismus
  • Faschismus in den Beneluxstaaten
  • Faschismus in Spanien
  • Faschismus in Kroatien
  • Faschismus in Großbritannien
  • Faschismus in der Ukraine

Literatur

  • Christian Zentner, Friedemann Bedürftig (Hrsg.): Das große Lexikon des Dritten Reiches, Südwest Verlag 1985, ISBN 3-517-00834-6, Eintrag „Faschismus“.
  • Zweiburgen Verlag Anheim: Neues Lexikon, Zweiburgen Verlag Anheim 1985, Eintrag „Faschismus“.

Fußnoten

  1. Udo Walendy: Wahrheit für Deutschland, S. 261–262. Anmerkung: Walendey gibt dort an, die Sowjet-Enzyklopädie zu zitieren, jedoch ohne weitere Angaben zu machen.
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