Das III. Reich und seine Erweiterungen in der Zeit zwischen 1933 und 1945

III. Reich [ˈdʁɪtəs ˈʁaɪ̯ç] sg., auch Drittes Reich, NS-Staat, Nazideutschland oder Hitlerdeutschland, Propagandabezeichnung, völkisch, nationalsozialistisch. Politikwissenschaftliche Bezeichnung für das Deutsche Reich in der Zeit zwischen 1933 und 1945. (→ Nationalsozialistische Gewaltherrschaft)

Das hier beschriebene Lemma wurde zwischen 1933 und 1939 amtlich für die von Adolf Hitler (1889–1945) beherrschte Weimarer Republik verwendet, die laut nationalsozialistischer Auffassung am 30. Januar 1933 mit der Ernennung des Führers der NSDAP zum deutschen Reichskanzler unterging. Dieser propagierte, dass er mit dem III. Reich ein tausendjähriges Reich erschaffen wolle. Dennoch ist das sogenannte III. Reich mit der Weimarer Republik subjektidentisch und bildete lediglich eine Zeitepoche innerhalb der deutschen Nationalstaatsgeschichte, in der die parlamentarische Demokratie in einen diktatorischen Führer- und Einheitsstaat vollzogen wurde.

Am 10. Juli 1939 wurde auf Anweisung des Reichsministeriums für Volksaufklärung und Propaganda mit sofortiger Wirkung die offizielle Verwendung des Begriffes verboten und dieser durch die Formulierungen Großdeutsches Reich und Großdeutschland ersetzt.

Es wird heute allgemein vermutet, dass das Verbot eine unmittelbare Folge des politischen Spotts der Regierungsgegner war, der von einem „IV. Reich“ sprach, der bald dem III. Reich nachfolgen sollte.

Etymologie

Der Begriff III. Reich fußt in der völkischen Bewegung des Deutschen Reiches der 1920er Jahre. Diese definierte ihn aus dem Kontext der deutschen Geschichte heraus: Dem I. Reich entsprach das zwischen 800 und 1806 bestehende römisch-deutsche Kaiserreich, dem II. Reich das zwischen 1870/71 und 1918/19 bestehende Kaiserreich der Hohenzollern und das III. Deutsche Reich bildete das völkisch linke Konzept eines wieder erstarkten deutschen Nationalstaates namens Deutsches Reich, das auch von den Nationalsozialisten aufgegriffen und vertreten wurde.

Der Begriff III. Reich als solches ist eng mit den Namen Dietrich Eckhart (1868–1923) und Arthur Moeller van den Bruck (1876–1925) verbunden. Ersterer prägte ihn bereits 1919 und führte diesen in die offizielle Terminologie der in München beheimateten Deutschen Arbeiterpartei (DAP) ein, die eine Organisation der Deutschvölkischen darstellte. Mit ihm war ursprünglich die Verschmelzung von Millenarismus und Weltanschauung gemeint. Letzterer griff ihn auf und führte diesen 1923 als Buchtitel (Das dritte Reich) und Themenabhandlung in die völkische Literatur ein. Das völkische III. Reich war in van den Brucks Augen rassenbewusst, konservativ und nationalistisch sowie sozialistisch.

Die zwischen 1918/19 und 1933 bestehende Weimarer Republik wurde von ihm lediglich als sogenanntes Zwischenreich aufgefasst.Im Zuge der Weltwirtschaftskrise von 1929 etablierte sich die Formel, dass mit dem Eintreffen des III. Reiches für alle Deutschen die bessere Zukunft begänne.

Fläche, Bevölkerung, Gliederung

Die Fläche des III. Reiches betrug bis zur Eingliederung des Saargebietes (1935) 468 787 qkm, nach diesem 470 699 qkm mit 62,411 Millionen Einwohnern. Nach einem Grenzabkommen mit den Niederlanden, welches am 31. Dezember 1937 in Kraft trat, umfasste seine Fläche 470 713 qkm. Nach dem Anschluss Österreichs und des Sudetenlandes (1938) wuchs sein Gebiet bis 1939 auf 633 786 qkm und die Wohnbevölkerung auf 78,8 Millionen an. 1939 betrug die Gesamtbevölkerung 80 Millionen Einwohner und die Bevölkerungsdichte lag bei 139 Einwohnern pro Quadratkilometern.

Bis zum 30. Januar 1934 war das III. Reich offiziell bundesstaatlich organisiert und wies 27 Länder auf, an deren Stelle de facto die 41 NSDAP-Gaue traten, die sie überdeckten, aber nie auflösten.

Literatur

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