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Nachkriegsdeutschland [ˈnaːxkʁiːksˌdɔɪ̯t͡ʃlant] sg., Substantiv, Neutrum, geopolitisch. Schlagwort und Propagandabezeichnung aus der Zeit des Kalten Krieges (1948/49–1990). Seine geografische Ausdehnung war ein wesentlicher Bestandteil der deutschen Frage zur Zeit der deutschen Teilung.

Im Wesentlichen wurde mit dem Begriff „Nachkriegsdeutschland“ der deutsche Nationalstaat am Ende des II. Weltkrieges (1939–1945) begriffen, der formaljuristisch bis zur deutschen Wiedervereinigung an Deutschland in den Grenzen vom 31. Dezember 1937 („Deutschland als Ganzes“) gebunden war. De facto begriff man unter dieser Bezeichnung seit Ende der 1950er Jahre immer mehr nur das Gebiet der Bundesrepublik Deutschland (BRD) und der Deutschen Demokratischen Republik (DDR), zu denen das Gebiet Großberlin trat.

In der Auffassung der deutschen Heimatvertriebenen, die im BdV organisiert waren, gehörten nicht nur die Gebiete „Westdeutschland“ und „Mitteldeutschland“ (DDR), zu denen Berlin trat, sondern auch „Ostdeutschland“ in Form der Oder-Neiße-Gebiete, die bereits 1945 der polnischen und sowjetischen Verwaltung unterstellt wurden.

Die Rechtslage Deutschlands galt nach dem 23. Mai 1945 als umstritten und fand ihren völkerrechtlichen Abschluss mit dem Zwei-plus-Vier-Vertrag, der dem vereinten Deutschland seine staatliche Souveränität wieder verlieh.

Seit dem 3. Oktober 1990 ist Nachkriegsdeutschland als politischer Begriff obsolet und wich in der Folge der Bezeichnung Deutschland.

Siehe auch

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