FANDOM


Central Europe (ethnic)

Geltungsbereich der deutschen Sprache um 1900. In dieser Karte wird das niederländische Sprachgebiet dem Niederdeutschen zugewiesen.

Deutsch [dɔɪ̯t͡ʃ], auch deutsche Sprache, Substantiv, Neutrum, Glottonym, Eigenname. Germanische Sprache in Europa, deren geschlossenes Sprachgebiet rund 98 Millionen und weltweit etwa 100 Millionen Sprecher umfasst. Hinzu kommen noch zahlreiche deutsche Minderheiten in europäischen und außereuropäischen Staaten, die Deutsch zur Muttersprache haben.

Es ist Amtssprache in den sogenannten D-A-CH-Staaten, Liechtenstein und Südtirol sowie eine der drei Amtssprachen in Belgien. Es ist darüber hinaus Kultursprache in Dänemark, Luxemburg und den Oder-Neiße-Gebieten (Nordschleswig) sowie in den altösterreichischen Gebieten, das heißt, in Ungarn, Rumänien und Teilen der ehemaligen Tschechoslowakei sowie in Namibia. Beiwort ist deutsch.

Deutsch ist dialektal stark gesplittert und in drei Großgruppen (Niederdeutsch, Mitteldeutsch, Oberdeutsch) gegliedert, wobei Letztere beiden zur Gruppe Hochdeutsch summiert werden. Die deutschen Dialekte setzen sich in die Niederlande (Ijsselländisch) fort, wobei sich wiederum die niederländischen Dialekte mit dem Rheinmaasländischen auch in Deutschland fortsetzen.

In Schriftform („Hochdeutsch“, „Schriftdeutsch“) gebracht gilt seit 1901 für diese westgermanische Sprache eine einheitliche Schreibung, die im Duden kodifiziert wurde.

d~, Adjektiv, Attribut zu Deutsch. Deutschland, die Deutschen oder die deutsche Sprache betreffend, für diese charakteristisch sein. Es wird allein bei namenähnlichen Fügungen oder in Fällen der Substantivierung großgeschrieben, ansonsten herrscht die adjektive Kleinschreibung.

Verhältnis zum Niederländischen Bearbeiten

Die Zugehörigkeit des Niederländischen zum Deutschen galt aufgrund der im 19. Jahrhundert etablierten Stammbaumtheorie lange Zeit als Usus. Doch seit 1945, spätestens seit Anfang der 1960er Jahre, wird dieses als germanische Schwesternsprache und nicht mehr als „verselbstständigter Zweig“ des Deutschen betrachtet.

Etymologie Bearbeiten

Deutsch leitet sich vom mhd. duit(i)sch oder tiu(t)sch ab, das wiederum seine Wurzeln im wnfrk. duitisk oder duitisc „volksmäßig, zum Volk gehörend“ hat. Das Wurzelwort ist noch im ahd. diot(a) „Volk“ überliefert.

Der Begriff deutsch ist erstmals seit 786 durch einen Bericht des päpstlichen Nuntius Georg von Ostia an Papst Hadrian I. (700–795) überliefert und wurde auf zwei Kirchensynoden bei den Angelsachsen bezogen, da die dortigen Beschlüsse tam latine quam theodisce „sowohl auf Latein als auch in der Volkssprache“ verlesen wurden, damit jeder Anwesende diese verstanden.[1]

Deutsch war also in erster Linie eine Sprachbezeichnung, die die im Frankenreich (und darüber hinaus) gesprochenen westgermanischen Sprachen umfasste.

Im römisch-deutschen Reich wurde es ab dem 11. Jahrhundert „deutsch“ auf die Germanen bezogen, die dort im regnium GermaniaeKönigreich Deutschland“ lebten und erhielt mit dem Ethnonym Deutsche eine Erweiterung. Nun wurde es sowohl auf Sprache und Volk angewandt, welches begann, eine ethnische Identität herauszubilden. Einen Sonderfall bildeten der Friesenstamm und die Langobarden, die nicht in die „Bildung des deutschen Volkes“ mit einbezogen waren: Erstere standen bei der Herausbildung des deutschen Volkes unter der Oberhoheit der Normannen, Letztere begannen, obgleich einen germanischen Dialekt weitestgehend auf althochdeutschen Sprachstand stehend sprechend, sich in Norditalien zu assimilieren und in den Italienern aufzugehen.

Siehe auch Bearbeiten

Literatur Bearbeiten

Fußnoten Bearbeiten

  1. Werner König: dtv-Atlas zur deutschen Sprache, 9. Auflage 1992, Abschnitt „Die Bildung des deutschen Sprachraumes. Das Wort deutsch.“, S. 89.