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Bundesarchiv Bild 102-13374, Neustadt, Motorrad-Patrouille der SA

Das Hakenkreuz als politisches Symbol.

Finnish air force roundel 1934-1945 border

Hakenkreus als nationales Abzeichen der finnischen Luftwaffe zwischen 1923 und 1945

Hakenkreuz [ˈhaːkn̩ˌkʁɔɪ̯t͡s] sg., auch Swastika, Sonnenrad, Fulfot oder Vierfuß (obsolet), Substantiv, Neutrum, ideologisch, politisch, religiös. Seit 1920 Kennzeichen des Antisemitismus, wurde nach 1945 zum Symbol der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft (1933–1945).

Das öffentliche Zeigen des Hakenkreuzes ist in Deutschland verboten. Es gehört dort zu den verfassungswidrigen Organisationen im Sinne von § 86 Strafgesetzbuch (StGB). Das Verwenden dieses Symbols fällt unter die Symbole und Kennzeichen ehemaliger nationalsozialistischer Organisationen und unterliegen daher dem Verbreitungsverbot nach § 86a StGB.

Etymologie Bearbeiten

HinduSwastika

Hakenkreuz, wie es beispielsweise in der Hindu-Kultur verwendet wird

Das Hakenkreuz galt in fast allen Kulturkreisen als Symbol der Sonne und wies als religiöses Symbol nur positive Eigenschaften auf. So lautete das Sanskritwort स्वस्तिक /svastika/ „Glücksbringer“.

Im Wesentlichen bildet es ein gleichschenkliges Kreuz mit vier gleich langen Armen, dessen Enden einheitlich rechtwinklig abgeknickt sind. Es kann sowohl links- als auch rechtsläufig (卍 卐) sein oder schwebend, das heißt, auf der Spitze eines Armes stehend, dargestellt werden. Seit dem 18. Jahrhundert ist das in Europa als heraldisches Ornament bekannt.

Die ältesten Symbole haben ein Alter von etwa 10 000 Jahren und wurden in Asien und Europa, vereinzelt auch in Afrika und Amerika gefunden.

Verwendung Bearbeiten

Völkische Bewegung Bearbeiten

Broken crossed circle

Gebrochenes Hakenkreuz, wie es von der deutschvölkischen Bewegung benutzt wurde

Seit dem späten 19. Jahrhundert diente das Hakenkreuz als Symbol der sogenannten arischen Rasse, zu deren Hauptvertreter die „weiße Rasse“ erklärt wurde. Im deutschen Sprachraum wurde der Wirtschaftstheoretiker Friedrich List (1789–1846) einer der führenden Vertreter des völkischen Nationalismus, der seinen Ursprung in der völkischen Bewegung des damaligen Österreich-Ungarn, insbesondere im damaligen Deutschösterreich hatte.

Um 1899/1900 wurde es ideologisches Kennzeichen diverser völkisch-nationalistischer und alldeutsch-antisemitischer Kreise, die als wesensverwandte Gruppierungen innerhalb der deutschvölkischen Bewegung agierten. Aus diesem Kontext heraus wurde das Hakenkreuz zum erklärten Symbol der Judenfeindlichkeit.

Thule-Gesellschaft Bearbeiten

Im August 1918, kurz vor Ende des I. Weltkrieges (1914–1918) wurde im Deutschen Reich der Germanenorden gegründet, der auf den Ideen Lists fußte. Dessen bayrische Landesverband bildete die völkische Geheimorganisation Thule-Gesellschaft, die als Symbol ein Hakenkreuz führte. Noch im August 1918 gründeten Mitglieder dieser Gesellschaft in München einen freien Arbeiterausschuss für einen guten Frieden, aus dem 1919 die DAP, Ortsgruppe München hervorging.

Freikorps Bearbeiten

Bereits während des I. Weltkrieges verwendeten einige Teile der Deutschen Armee das Hakenkreuz als Truppenkennzeichen. Nach Kriegsende verwendeten es Freikorpseinheiten weiter, nun aber als betont rechtsnationales, vaterländisches Symbol, das gegen Demokratie, politische Linke und Juden gerichtet war. Nach deren Auflösung wurde das Hakenkreuz von der illegalen schwarzen Reichswehr weiterverwendet.

Nationalsozialismus Bearbeiten

Hauptartikel: Hakenkreuzfahne
Unter Adolf Hitler (1889–1945) wurde das Hakenkreuz ab Frühjahr 1920 innerhalb der Völkischen allgegenwärtig, da er durchsetzen konnte, dass dieses politische Symbol aller deutschen Sozialisten bzw. aller nationalen Sozialisten innerhalb des deutschen Sprachgebietes wurde. Hitler legte zudem innerhalb der nationalsozialistischen Bewegung fest, dass dort das schwarze Hakenkreuz auf der Parteifahne entgegen der Uhrzeigerrichtung lief, zudem habe es auf einem weißen Fahnenspiegel zu liegen, das Grundtuch habe rot zu sein. (→ Schwarz-Weiß-Rot)

Noch 1920 wurde von Hitler weiter festgelegt, dass das Hakenkreuz als zentrales Symbol schwebend sein musste: Bei Aufmärschen usw. wurde die Fahnenstange von ihren Trägern über die Schulter gelegt, sodass das Fahnentuch hinter ihnen im Winkel lagen. Aufgrund der schwebenden Darstellung wurde das Hakenkreuz dann wieder stehend dargestellt. Zeitgleich wurden gleichgestaltete Armbinden und ein von dieser Symbolik abgeleitetes Parteiabzeichen eingeführt.

Nach der sogenannten Machtergreifung wurde das Hakenkreuz zum zentralen Symbol der NS-Herrschaft, da es im Staatswappen (das äußerlich dem Parteiadler nachempfunden war), in Siegeln und Stempeln, auf Zeitungen und Plakaten sowie auf allen Dienstfahnen der Reichsbehörden und den Regimentsfahnen der Deutschen Wehrmacht aufgebracht war. Auch die Waffen-SS verwendete es als Regimentsabzeichen.

Volksdeutsche Bewegung Bearbeiten

Noch vor dem II. Weltkrieg (1939–1945) wurde das Hakenkreuz in diversen Varianten zum Symbol der volksdeutschen Bewegung, die teilweise faschistisch bis nationalsozialistisch ausgerichtet war. Darüber hinaus bediente sich die Heim-ins-Reich-Bewegung des Hakenkreuzes.

Weblinks Bearbeiten