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    Königreich Deutschland nebst Marken

regnum Germaniae „Königreich Deutschland“, regnum Teutonicorum „deutsches Reich“, regnum Teutonicum „Reich der Deutschen“, Eigenname, Toponym. Name eines der drei Landesteile, aus denen sich das römisch-deutsche Reich zusammensetzte und das 911–1806 bestand. (→ regnum Burgundiae, regnum Italiae)

Im Wesentlichen umfasste das Königreich den deutschen Sprach- und Kulturraum und war bis 911 als Francia orientalis „östliches Frankenreich“ bekannt.

Die Schaffung des Königreiches Deutschland war Voraussetzung für die Entstehung Deutschlands, der Deutschen, deren Sprache, Kultur und Geschichte.

Seit dem 10. Jahrhundert wurde lat. teutonicus „deutsch“ der Oberbegriff der im ehemaligen Ostfranken lebenden Germanen. Der Begriff bezeichnete die germanische Volksgruppe und deren Sprachen im auseinanderbrechenden Frankenreich.

Das Königreich setzte sich 911–1180 aus Stammesherzogtümern (Baiern, Franken, Sachsen, Schwaben) und einer Landgrafschaft (Thüringen) zusammen.

919 wurde Lothringen (und mit diesem Friesland) ein Teil Deutschlands. Lothringen selbst wurde 959 in Nieder- und Oberlothringen geteilt. Letztendlich verblieb der Name Lothringen bei Oberlothringen, derweil die Rechtsnachfolge Niederlothringens das Herzogtum Brabant antrat. Die freiheitsliebenden Friesen selbst besaßen kein Stammesherzogtum oder eine Grafschaft wie die Thüringer. Vielmehr waren die „friesischen Lande“ als Bauern- und Fischerrepublik Lothringen nur lose angegliedert.

Nach der Auflösung der traditionellen Stammesherzogtümer (12. Jahrhundert) zugunsten moderner Territorialstaaten bestand das Königreich Deutschland bis zur Auflösung des römisch-deutschen Reiches formaljuristisch weiter und war durch Kleinstaaterei geprägt: Gegen Endes des 30-jährigen Krieges bestand es aus über 300 Territorien, zu denen noch rund 1200 Reichsritterschaften traten.

Vorstufe des Kaisertitels war 973–1508 der Titel des Rex Romanum et Rex Germanorum „König der Römer und Deutschen“, dessen Träger zwar schon zum deutschen König gewählt waren, dessen Krönung und Salbung zum Romanum Imperator „römischer Kaiser“ in Rom aber noch ausstand.

Nach 1508 wurde es üblich, dass der deutsche König automatisch auch den Titel „Erwählter römischer Kaiser“ erhielt, ohne dass ihn der Papst zum selbigen salbte und krönte; aus der bisherigen Wahl- war nun eine universale Erbmonarchie geworden.

Synonyme

Siehe auch